Vor einigen Jahren habe ich diesen Beitrag zur Bildsprache verfasst und auch das dazugehörige Foto aufgenommen. Heute ist das Thema relevanter denn je – nicht nur wegen der rasanten Fortschritte der künstlichen Intelligenz, sondern auch aufgrund der zunehmend polarisierenden und reißerischen Berichterstattung über das Weltgeschehen. Wie beeinflussen KI und Medien unsere Wahrnehmung? Können Bilder täuschen? Ich lade Dich ein, in diesem Artikel darüber nachzudenken – und Bilder, sei es in sozialen Netzwerken oder im Alltag, bewusster auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Denn manchmal kann ein Blick zurück in die Vergangenheit helfen, die Gegenwart klarer zu sehen und den Weg in die Zukunft bewusster zu gestalten.
Können Bilder lügen? Oder erzählen sie manchmal nur einen Teil der Wahrheit? Wie in diesem Beispiel: Ein schwer bewaffnetes Sondereinsatzkommando der Polizei von Miami stürmt ein Haus. Ein Bild, das Angst auslöst, das an dramatische Nachrichtenmeldungen erinnert – doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. Tatsächlich handelt es sich um eine Szene aus der TV-Serie CSI: Miami, gedreht am Venice Beach in Los Angeles. Ein perfektes Beispiel dafür, wie Bildausschnitte und Kontext die Wahrnehmung manipulieren können. Das Foto zeigt exakt, was aufgenommen wurde – doch seine Bedeutung kann sich je nach Perspektive völlig verändern. Ein Bild allein kann nicht lügen, aber es kann gezielt eingesetzt werden, um eine bestimmte Botschaft zu vermitteln. Die Wahl des Bildausschnitts, der Begleittext oder der Zusammenhang, in dem es präsentiert wird, entscheiden darüber, wie es auf den Betrachter wirkt. Von den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung einmal ganz abgesehen. Bilder sind ein machtvolles Werkzeug – in den Medien, in der Werbung, im Alltag. Sie transportieren Informationen oft schneller und intensiver als Worte. Und oft nehmen wir gar nicht bewusst wahr, wie sehr sie uns beeinflussen. Wie oft lassen wir uns also von Bildern täuschen, ohne es zu merken?
Text und Fotos: © Sascha Richartz
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